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Herzschlagen

von unserem neuen Album 𝗭𝗔𝗖𝗞! 𝗭𝗔𝗖𝗞! 𝗭𝗘𝗦𝗦𝗜𝗢𝗡𝗦, welches ab 20. September 2019 auf CD, DVD, Doppel-Vinyl sowie als Stream und Download erhältlich sein wird.

Musik: Dirk Zöllner, Stephan Salewski, Lars Kutschke, Oliver Klemp, David Skip Reinhart, Frank Fritsch
Worte: Andreas Hähle, Dirk Zöllner
Kamera: Johanna Bergmann, Sven Nordmann
Schnitt: Johanna Bergmann
Ich bin Blut in deinem Blut
Wo es gefriert
In deinen Adern
Hast du mich okkupiert
Ich fühl dich ganz und gar
Ich weiß wer du bist
Und ich weiß, was ich dir sein will
Willst du nicht
Herzschlagen
Wohin wird es mich tragen
Ach dein Blut erstickt mein Blut
Es ist so kühl
Kein wildes Beben
Du bleibst sanft und still
Ich bin in dir erfroren
Mein Herz schlägt für dich
Gefangen und verloren
Du hörst es nicht
Herzschlagen
Wohin wird es mich tragen
Herzschlagen
Es geht um Kopf und Kragen
Ich sterbe für dich
Ich bin Blut in deinem Blut
Unter deiner Haut
Mein Herz in deinem Körper
Es schlägt so wund und laut
So wund und laut
So wund und laut
Herzschlagen
Wohin wird es mich tragen
Du hörst es nicht
Herzschlagen
Es geht um Kopf und Kragen
Ich sterbe für dich
A&O Records 2019 // http://www.ao-records.de
Diese Geschichte geht zurück auf das Jahr 2011 – mein großes Getöcht hat die Idee, „Flugzeuge im Bauch“ von Herbert Grönemeyer, als Tochter-Vater-Duett für unsere Musiktalkshow „Café Größenwahn“ zu inszenieren. Rubini hat sich ein interessantes Gesangsarrangement dafür ausgedacht, es gefällt mir so gut, dass wir den Titel auch gleich noch mal im Studio aufnehmen. Letztendlich kann ich aber keinen Gefallen an einer konventionellen Begleitung finden. Wenn ich schon mal das Lied eines anderen Künstlers singe und dann auch noch gemeinsam mit der geliebten Tochter, muss es schon etwas Besonderes sein! Der emotionale Text braucht in meinen Ohren Dissonanzen und ich will, ähnlich wie beim Projekt „OSTENDE“ mit IC Falkenberg, das konservative harmonische Gerüst aufbrechen. Dafür gilt es, einen entsprechenden Partner zu finden. Jemanden, der in der Lage ist, meinen abstrakten Grundintentionen zu folgen. Christoph Falckner, der Ziehsohn von Reinhard Lakomy, scheint mir hierfür geeignet, denn er beschenkte mich gerade zum Geburtstag mit einer absolut überzeugenden Adaption von „Idylle im Krieg“. Die Gesangslinie des Zöllner/Hähle – Hits ist komplett erhalten, aber die musikalische Begleitung hat mit dem Original absolut nichts mehr gemein. (Ich bin immer noch überzeugt von dieser Version und sie wird irgendwann das Licht der Welt erblicken – dann, wenn ein wenig mehr Gras über diese Geschichte gewachsen ist!) Jedenfalls will ich genau so etwas in der Art nun auch für das Duett mit meiner Tochter. Ich offenbare Christoph meine Gedanken und er springt augenblicklich auf. Da wir uns noch nicht sehr lange kennen, ist mir nicht klar, was ich dem empfindsamen Künstler mit meiner Idee antue! Er taucht in die Abgründe des magischen Textes hinab, bleibt allerdings derartig tief und lange darin hängen, dass es ihn fast in den Wahnsinn treibt!
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Nach wenigen Tagen erhalte ich das Begleitarrangement für die erste Strophe per E-mail. „Eiskalte Hand, mir graut vor dir!“ Ein harmonisches Massaker – nicht ein Akkord, der dem anderen gleicht. Das Pathos großer klassischer Werke verbunden mit den Dissonanzen wildester Jazzimprovisation. Ich bin einerseits voller Bewunderung für das musikalische Genie, bekomme aber andererseits Schweißausbrüche, so wie im Zirkus, wenn ich einen Artisten mit zwölf Kegeln jonglieren sehe. Am Telefon agiere ich diplomatisch und offenbare Christoph nur das einerseits.
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Noch am selbigen Abend treffen wir uns in einem Friedrichshainer Club. Mein sonst eher melancholisch wirkender neuer Freund ist hellwach. Er leuchtet. Ich musste an Klaus Kinski denken, wie er im Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“ von Werner Herzog mit einem Schmetterling flirtet. Und so wie dort berührt es mein Herz und ich muss Christoph unwillkürlich auf den Mund küssen. Ganz kurz scheint er zu erstarren, doch zwei, drei Sekunden später küsst er mich leidenschaftlich zurück. „Dit hab ick ja noch nie jemacht, noch nie hab ick ‘n Mann uff ’n Mund jeküsst!“, skandiert er fröhlich. Auch ich muss lachen – seine puppenhafte Begleiterin gar nicht. Der Versuch eines Lächelns gerät ihr zur Grimasse. Darauf erstmal einen Wodka-Lemon! Mein Freund hat ganz augenscheinlich wohl schon einige davon hinter sich – auf jeden Fall will er seine neue Erfahrung an diesem Abend noch mehrfach wiederholen. Ich habe nichts dagegen, Christoph befindet sich im Glücksrausch und ich werde mitgerissen! Unsere Gespräche führen in den Mikrokosmos der Musik und wir finden Worte und malen wilde Bilder für die sonst so unaussprechbaren Emotionen. „Dit wird Weltniveau, dit hat’s noch nich jejeben, dit versprech ick dir!“ In Euphorie beteuern wir uns zwischendurch immer wieder gegenseitig unsere Liebe. Die ungläubig zuschauende Barby verlässt irgendwann das junge Glück – ihm ist es egal, mir erst recht. „War nur ’n Date, nüscht von Bedeutung!“ Jeder von uns nimmt noch einen Eimer der hochprozentigen Droge zu sich, bevor wir das Morgengrauen in Richtung Heimat kreuzen.
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Diesmal dauert es zwei, drei Wochen bis ich das Arrangement für den Refrain und die zweite, von Rubi gesungene Strophe erhalte. „Gib mir mein Herz zurück!“ Der Refrain gleicht einem Flugzeugabsturz, was mir durchaus gefällt, denn genau so fühlt es sich auch an, wenn man vom Thron der Liebe gestoßen wird. Es geht mir regelrecht durch den Magen. Genau genommen eher ein wenig tiefer. Das ist etwas, was wohl nur vom männlichen Geschlecht nachempfunden werden kann. In besonderen Situationen, beim Erschrecken, in Angstmomenten schlägt irgendetwas unterhalb der Gürtellinie Kapriolen. Es ist wie ein Purzelbaum rückwärts. In Zeitlupe. Für eine Sekunde ist der Kontakt zum eigenen Gehirn unterbrochen und man hat dafür Kontakt zum Universum. So wie es auch im größten Moment der Lust geschieht, der in der Poesie nicht umsonst „kleiner Tod“ genannt wird. Es ist hier aber nicht die süße, sondern eher eine beklemmende Version – man ist sich für einen kurzen Moment seiner Winzigkeit, seiner Bedeutungslosigkeit bewusst. Das ist gruselig. Ich denke, es handelt sich genau um dieses Gefühl, welches Grönemeyer mit „Flugzeuge im Bauch“ umschreibt. Ich frage mich schon mein Leben lang, wie wohl das hodenlose Geschlecht selbiges empfindet?
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Nun gut. Zurück zur Sache: die zweite Strophe, in der Rubini die originale Melodielinie verlässt, geht in Christophs Arrangement auch jede Erinnerung daran verloren, um welchen Titel es sich hier überhaupt handelt. Das geht zu weit, das ist Blasphemie! Hier ist ja die öffentliche Kreuzigung von mir und meiner Tochter vorprogrammiert! Ich ziehe mir eine Flasche Rotwein rein, bevor ich Christoph mit meiner Wahrheit konfrontiere. Am Telefon reagiert er schon auf das übliche Vorgeplänkel überaus wortkarg und völlig abgerockt, ich befürchte, dass er seit unserer letzten Begegnung nicht mehr viel geschlafen hat. Ich ziehe alle Register der Diplomatie – ein wortreicher Monolog, denn von ihm ist so gut wie gar nichts mehr zu hören. Manchmal ein aufbegehrendes Räuspern, oder ein extrem spaßfreies Kichern. Als ich ihm schließlich meine Ängste bezüglich der zweiten Strophe offenbare, ist es totenstill am anderen Ende der Leitung. Ich bin fast der Überzeugung, dass er nun endlich eingeschlafen ist, da grätscht er mitten in meine lieblich ausformulierten Wortgebilde: „Deine Tochter singt dit eben scheiße!“. Und legt auf.
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Jeder Versuch ihn noch mal zu erreichen scheitert. Auch in den Tagen danach. Ein viertel Jahr später, als meine Schuldgefühle schon fast verblasst sind, schickt mir Christoph mitten in der Nacht ein komplett anderes Arrangement. Wieder bin ich vom Genie des Künstlers ergriffen. Es ist weniger opulent, aber leider wird sich auch hier nicht nur jeder Kulturbanause fragen, warum denn da irgendwelche Spaßvögelchen den Grönemeyertext dazwischenzwitschern. Das kann ich meiner Tochter nicht antun, es ist doch ihre allererste Studioaufnahme! Und meine Eitelkeit steht dieser gewagten Unternehmung ebenfalls im Wege. Sollte ich Christoph vielleicht empfehlen, die Nummer als neoklassisches Instrumentalwerk rauszubringen? Ich entscheide mich dafür, erst einmal zu schweigen. Etwa zwei Tage später werde ich von ihm mit Nachrichten per SMS bombardiert. Wieder erinnert es mich ganz stark an Klaus Kinski, aber diesmal an den anderen. Christoph öffnet die Schleusen und alles was sich an Unrat angesammelt hat, wird über mich ergossen. Ich trage trotzdem ein sehr zärtliches Gefühl für ihn in meiner Brust, denn ich kann die ganze Verzweiflung zutiefst nachempfinden. Es ist so unglaublich schwierig, dem Göttlichen Gestalt zu geben. Obwohl wir es doch alle in uns tragen! Die sensibelsten der Menschenkinder können wahrlich daran zerbrechen. In Rat und Tat bin ich ganz routiniert, denn mir geht es oft auch gar nicht so gut, aber dieser Wucht habe ich nichts entgegen zu setzen. Ich lass alle Tiraden über mich ergehen, und beschließe auch weiterhin zu schweigen. Was meinen liebsten Feind nicht daran hindert, im Laufe der nächsten Jahre weitere Wahnsinnsarrangements an mich zu senden. Er hat sich regelrecht am Thema verbissen und will es mir und sich selbst mit der Brechstange beweisen. Das Drama endet erst, als wir im Jahr 2016 endlich ein Video von „Flugzeuge im Bauch“ bei YouTube hochladen.
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Ich hatte die tragische Geschichte in intimer Runde zum besten gegeben und Marco Göpel, der Lichtdesigner unserer Band präsentierte mir wenige Tage später ein Arrangement im spartanischsten Elektropop und trifft damit genau meine Intentionen. Ein paar Töne, Geräusche, Pausen. Völlige Einsamkeit. Genauso fühlt es sich an, wenn die Liebe verloren geht. Die 5 Jahre alten Gesangspuren bleiben – ganz einfach, weil es die ersten Aufnahmen meiner Tochter sind und sie sind zauberhaft. Und Christoph schweigt nun auch. Es tut mir wirklich leid – es war halt mal so ’ne Idee von mir!
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Die bei YouTube hochgeladene Variante von „Flugzeuge im Bauch“ polarisiert immer noch. Es gibt Menschen mit denen ich meine Euphorie für das Arrangement teile, aber auch nicht wenige, die davon richtig genervt sind. Damit kann ich aber recht gut umgehen. Das Lied geht mir durch den Magen, so wie der ganze Streit mit Christoph und vor allem mein Liebesunfall mit der Mutter meiner Tochter Mimi. Das alles spiegelt sich in den gebrochenen Klängen perfekt wieder. So wie im grandiosen Text von Herbert Grönemeyer.
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Auf jeden Fall hat es mich von Mitte 2012 bis 2015 komplett ausgehebelt – Schreibblockade! Nur mit Hilfe meines Freundes Andreas Hähle kann ich Worte finden und das Zöllneralbum „In Ewigkeit“ fertig stellen. Hähle tupft etwas Farbe in meine schwarz-weißen Welt und holt meinen Stolz aus der Gosse. „Still“ und „Wenn der Himmel mir am Arsch hängt“ schreibt er im Alleingang. Bis ans Ende meines Lebens bin ich ihm dankbar für die liebevolle Geduld und diese erste Hilfe! Musikalische Improvisationen sind mir ja vertraut, so etwas mach ich mit Gensi fast ein Leben lang. Bei der Songsuche. Bei den Texten habe ich das allerdings noch nie gemacht, die Wortakrobaten sind irgendwie noch einen ganzen Zacken komplizierter. Das Wort ist natürlich auch wesentlich intimer, am Ton und Klang kann man nicht so konkret festgenagelt werden. Leider bin ich auch nicht mehr in der Lage, die angefangenen Songs mit Rubini weiter zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit Marco Göpel ist da einiges entstanden, was schließlich über Jahre auf der Wartehalde liegt. Bis Marco schließlich abspringt. Rubis Mutter Abini spricht zwischenzeitlich – ob meiner Schreibblockade – bei unserem gemeinsamen alten Freundfeind Werner Karma vor und der Meister des deutschen Wortes lässt sich tatsächlich noch mal auf die Familie ein. Das Resultat ist begeisternd – jedenfalls für mich – aber leider findet Rubini nicht den entsprechenden Zugang. Ungeachtet dessen mach ich mich an die Vertonung und bin irgendwann sehr zufrieden mit dem Resultat. Rubis Zweifel kann ich damit nicht ausräumen und ich fühle mich persönlich angegriffen, als sie erklärt, dass es sich hier wohl um eine Altersfrage handele. Unser Kind hat sich komplett abgenabelt, schreibt eigene Lieder und schraubt auf elternfernen Baustellen daran herum. Ich leide unter Phantomschmerzen!
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Fünf wunderschöne Lieder schlummern somit in der Schublade vor sich dahin. Ich bin wieder von Karma infiziert. Er ist ein großer Geist, also logischerweise kein unkomplizierter Kollege. Wir haben es öfter sporadisch miteinander versucht und es führte leider immer zu einem abrupten Ende. Ich bin und bleibe einer seiner größten Fans, bin aber auch eitel. Das an Unfehlbarkeit grenzende Selbstbewusstsein des Dichterfürsten beeinträchtigt mein Wohlbefinden. Immer einer! Die Änderung eines einzigen Wortes kann zu schwierigsten Auseinandersetzungen führen, kommerzielle Misserfolge werden der Komposition zugeschrieben und hin und wieder werden, von mir geliebte Vertonungen schon im Vorfeld abgelehnt. Ich unterwerfe mich bis zur Schmerzgrenze. Aber was soll ich tun – er ist eben der Beste! Für mich. Im Frühjahr 2016 treffe ich ihn in einem Einkaufscenter, er sieht schlecht aus. Die singende Schauspielerin Anna Loos hat seine Texte abgelehnt, an denen er fast ein Jahr herumgebastelt hat. Ich baggere nun zwei Wochen an ihm herum, bis er mir diesen Schatz überlässt. Nun also doch noch mal auf ein Neues: die Arbeit am Projekt „Dirk & Das Glück – Zöllner trifft Karma“ läuft in ungewohnter Harmonie!
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Werner Karma gibt mir also 14 Texte, die er eigentlich für jemand anderen geschrieben hat und ich liebe jeden einzelnen davon. Es dauert keine zwei Monate bis alles vertont ist und wir spielen das Album ohne Bläser ein. Die Zöllner im Quintett, Dirk & Das Glück. Das Glück sind André Gensicke an den Keyboards, Oliver Klemp am Bass, Andreas Bayless an der Gitarre und Marcus Gorstein. Marcus spielt bei uns die Rolle des Multiinstrumentalisten, er singt, spielt Keyboard und Percussion. Für dieses Projekt sitzt er erstmals am Schlagzeug und er produziert das Album, so wie schon die beiden vorherigen Zöllneralben. Mein Freund André Drechsler gehört irgendwie auch dazu, er hat „Zwei Sonnen“ vertont und der Titel wird ein kleiner Hit – das heißt, er wird im Radio gespielt. Bei den Konzerten singen die Menschen mit: „Gott sucht Göttin!“.
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Trotzdem verkaufen wir nur 3.000 Alben und ich spüre, dass es für Werner sehr enttäuschend ist. Die Band erlebt schöne und sehr erfolgreiche Konzerte mit diesem Programm, wir bekommen also über diesen Weg den Lohn für unsere Arbeit. Wir haben wirklich alles gegeben, Trailer und Videos produziert und über eine unglaubliche Crowdfundingkampagne 20.000 Euro generiert. Unsere Freunde und Fans haben es uns dadurch ermöglicht, die Studiokosten, das Mastering, ein Bühnenbild und sogar noch einen Promoter zu bezahlen. Ich stehe kurz vor dem Burnout und lass den Kontakt zum König des Wortes schleifen. Alte Bilder tauchen auf und ich habe Angst, dass er mir auflisten könnte, was ich so alles falsch mache. Natürlich plagen mich Schuldgefühle, ob meiner Feigheit vor einer Eventualität. Ich wünsche dem Mann und seinen tiefen kunstvollen Texten von ganzem Herzen den kommerziellen Erfolg. Die Aufmerksamkeit, die er im Land vor unserer Zeit erfuhr und die er dann noch mal mit dem Comeback von SILLY genießen konnte. Ich selbst bin eher auf der Suche nach dem 13. Ton und das reibt sich leider ein wenig mit der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner, welcher sich die Musikverwurstungsindustrie verschrieben hat. Ich habe kein Händchen für Stangenware. Karma will jedenfalls nicht mehr für mich schreiben, ich habe es bereits durch’s Bierglas gehört!
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Aber da sind ja noch diese Lieder für Rubi, die in der Schublade vor sich hin schlummern! Die sind für meine Verhältnisse schon recht poppig geraten. Wenn mein Kind da nicht rankommt, könnte ich doch … ! Ich fahre also zwei Tage nach Dresden, um gemeinsam mit der Rhythmusgruppe an den Arrangements herum zu feilen. Wir haben einen richtig guten Lauf und ich bin sehr glücklich mit dem Resultat. Ich weiß, dass Karma die Ideen gerne im Vorstadium abnimmt, aber ich scheue mich davor, die Skizzen schon jetzt zu präsentieren. Denn ich habe da noch ein paar Zutaten im Kopf: Bläser, Chöre, Konfetti! Wir müssen schon noch ein wenig polieren, um dem einsamen Streiter mal so richtig Glanz ins Schreibexil zu bringen. Mal so richtig Sonne ins erkältete Herz!
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Wir machen schließlich eine 5-tägige Livesession auf Schloss Röhrsdorf. Mit Pauken und Trompeten, alle Zöllner sind vor Ort! In den ersten drei Tagen nehmen wir nur die besagten fünf Songs auf. Wir haben sie richtig ausproduziert, also in Akrebie mit Overdubs und Lametta versehen. Die Inseln im aufschäumenden Meer einer Livesession, die wir dann am vorletzten Tag abhalten. Wir spielen ältere Titel im neuen Arrangement direkt live ein, auch von meinen Soloalben sind welche dabei. Jeweils zwei bis drei Takes – der beste wird genommen! Am letzten Tag machen wir das vor Publikum, haben 30 Karten verkauft, womit wir einen Teil der Kosten abdecken können. Der Tag mit dem Publikum wird schließlich auch per Bild festgehalten. Wir sind in Topform und wollen die „ZACK! ZACK! ZESSIONS“ nicht nur als CD, sondern auch als DVD veröffentlichen. In Ton und Bild zeigen, dass DIE ZÖLLNER eine exellente Liveband sind. Darüberhinaus drehen wir noch verschiedene Trailer und ein sehr aufwändiges Video von einem der neuen Titel mit Karmatext. Er soll begeistert sein, ich möchte ihn damit wieder von mir überzeugen! Beim Dreh wird eine Sequenz mit dem Handy mitgeschnitten und unser webmaster Kay veröffentlicht diese bei Facebook. Ich kann ihm keinerlei Vorwürfe machen, denn er ist nicht eingeweiht – weiß nichts von meinem geplanten „Überraschungspaket“.
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Ich hätte nicht gedacht, dass der Meister des geschliffenen Wortes, der ja naturgemäß die hingerotzte Gülle der sozialen Medien verachten muss, so gut verdrahtet ist. Bevor ich den Veröffentlichungsunfall selbst mitbekomme, trifft mich Gottes Zorn mit voller Wucht! Per E-mail. Werner ist echauffiert darüber, dass ich mir die für Rubi bestimmten Texte unter den Nagel gerissen habe. Und vor allem natürlich darüber, dass er davon auf indirekten über das Internet erfahren muss! Also vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Telefonisch ist er für mich nicht mehr zu erreichen und meinen schriftlichen Erklärungsversuchen begegnet er kühl. Er zeichnet mit seiner geübten Feder Charakterbilder von mir, die mich so verletzen, dass die Tränen fließen. Dass ich mal zu den sieben Grundübeln seines Universums gehören könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Vater, warum hast du mich verlassen!?
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Werner Karma macht von seinem Urheberrecht Gebrauch und untersagt uns per Einschreiben die Veröffentlichung der fünf besagten Titel. Wir haben massiv an Zeit, Geld und Liebe investiert. Das ursprüngliche geplante Konzept des Albums ist zerstört und die Produktion muss abgebrochen werden. Ich bin komplett im Eimer. Ja, ich habe einen Fehler gemacht! Rubini, ihre Mutter Abini, meine Freundin Johanna – alle versuchen den zürnenden Dichter zu besänftigen. Er bleibt leider unerbittlich. Es gibt Niemanden in meinem Freundeskreis, der Werners extreme Reaktion nachvollziehen kann. Jeder, der mich kennt, weiß von meiner Liebe zu seinen Texten. Und davon, dass ich wie ein Besessener daran arbeite, sein Werk würdig zu umrahmen. Dass ich seine Dichtkunst über meine eigene stelle und diese Tatsache auch recht uneitel präsentiere. Bei jeder Gelegenheit. In Konzerten, bei Interviews, in meinen Kolumnen und Büchern. Dass ich für ihn sogar öffentlich Partei ergriff, als ihn der Streit mit SILLY seelisch erkranken ließ. Ich habe am Ende mit meiner Loyalität gegenüber Karma langjährige Freundschaften eingebüßt.
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Die Geschichte von den verlorenen Liedern ist jedenfalls wochenlang das Hauptthema in meiner Familie. Dichterfreund Hähle, ebenfalls Karmaverehrer, hört mit Bestürzung davon. Er kennt die ins Netz geratene Sequenz, also den Auslöser des Dilemmas. Um mich ein wenig aufzuheitern, schickt er mir einen neuen Text, den er genau auf dieses Corpus delicti geschrieben hat und der meine beklemmende Situation persifliert. Aus „Herzscherben“ wird „Herzschlagen“. Ich nehme das Thema dankend auf und schicke eine Erweiterung zurück zu Hähle. So geht es noch zwei, drei mal hin und her und ich singe den so entstandenen neuen Text einfach auf’s alte Playback.
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Hähle. Mein geliebter Freund! Du hast das gemacht, als Du schon schwer krank warst. Hast mich therapiert, während Dich die Chemotherapien dahinschwinden ließen. Es ist – verdammt noch mal! – unser letzter gemeinsamer Text. Und das ist mir mehr wert als all die verlorenen Worte des Anderen – so schön wie unsere Freundschaft können die gar nicht gewesen sein! Ich werde trotz allem immer respektvoll von dessen Werk sprechen. Ein Werk, welches uns Zöllnern Zeitlosigkeit gibt. Und von Dir, Du kleiner großer Poet, werden sehr viele Menschen noch sehr lange nach Deinem Tod sprechen, denn Du hattest – über alle Worte hinaus – ein liebevolles Herz. Ich vermisse Dich!
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𝗛𝗘𝗥𝗭𝗦𝗖𝗛𝗟𝗔𝗚𝗘𝗡

von unserem neuen Album 𝗭𝗔𝗖𝗞! 𝗭𝗔𝗖𝗞! 𝗭𝗘𝗦𝗦𝗜𝗢𝗡𝗦, welches ab 20. September 2019 auf CD, DVD, Doppel-Vinyl sowie als Stream und Download erhältlich sein wird.

Musik: Dirk Zöllner, Stephan Salewski, Lars Kutschke, Oliver Klemp, David Skip Reinhart, Frank Fritsch
Worte: Andreas Hähle, Dirk Zöllner
Kamera: Johanna Bergmann, Sven Nordmann
Schnitt: Johanna Bergmann
Ich bin Blut in deinem Blut
Wo es gefriert
In deinen Adern
Hast du mich okkupiert
Ich fühl dich ganz und gar
Ich weiß wer du bist
Und ich weiß, was ich dir sein will
Willst du nicht
Herzschlagen
Wohin wird es mich tragen
Ach dein Blut erstickt mein Blut
Es ist so kühl
Kein wildes Beben
Du bleibst sanft und still
Ich bin in dir erfroren
Mein Herz schlägt für dich
Gefangen und verloren
Du hörst es nicht
Herzschlagen
Wohin wird es mich tragen
Herzschlagen
Es geht um Kopf und Kragen
Ich sterbe für dich
Ich bin Blut in deinem Blut
Unter deiner Haut
Mein Herz in deinem Körper
Es schlägt so wund und laut
So wund und laut
So wund und laut
Herzschlagen
Wohin wird es mich tragen
Du hörst es nicht
Herzschlagen
Es geht um Kopf und Kragen
Ich sterbe für dich
A&O Records 2019 // http://www.ao-records.de
Diese Geschichte geht zurück auf das Jahr 2011 – mein großes Getöcht hat die Idee, „Flugzeuge im Bauch“ von Herbert Grönemeyer, als Tochter-Vater-Duett für unsere Musiktalkshow „Café Größenwahn“ zu inszenieren. Rubini hat sich ein interessantes Gesangsarrangement dafür ausgedacht, es gefällt mir so gut, dass wir den Titel auch gleich noch mal im Studio aufnehmen. Letztendlich kann ich aber keinen Gefallen an einer konventionellen Begleitung finden. Wenn ich schon mal das Lied eines anderen Künstlers singe und dann auch noch gemeinsam mit der geliebten Tochter, muss es schon etwas Besonderes sein! Der emotionale Text braucht in meinen Ohren Dissonanzen und ich will, ähnlich wie beim Projekt „OSTENDE“ mit IC Falkenberg, das konservative harmonische Gerüst aufbrechen. Dafür gilt es, einen entsprechenden Partner zu finden. Jemanden, der in der Lage ist, meinen abstrakten Grundintentionen zu folgen. Christoph Falckner, der Ziehsohn von Reinhard Lakomy, scheint mir hierfür geeignet, denn er beschenkte mich gerade zum Geburtstag mit einer absolut überzeugenden Adaption von „Idylle im Krieg“. Die Gesangslinie des Zöllner/Hähle – Hits ist komplett erhalten, aber die musikalische Begleitung hat mit dem Original absolut nichts mehr gemein. (Ich bin immer noch überzeugt von dieser Version und sie wird irgendwann das Licht der Welt erblicken – dann, wenn ein wenig mehr Gras über diese Geschichte gewachsen ist!) Jedenfalls will ich genau so etwas in der Art nun auch für das Duett mit meiner Tochter. Ich offenbare Christoph meine Gedanken und er springt augenblicklich auf. Da wir uns noch nicht sehr lange kennen, ist mir nicht klar, was ich dem empfindsamen Künstler mit meiner Idee antue! Er taucht in die Abgründe des magischen Textes hinab, bleibt allerdings derartig tief und lange darin hängen, dass es ihn fast in den Wahnsinn treibt!
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Nach wenigen Tagen erhalte ich das Begleitarrangement für die erste Strophe per E-mail. „Eiskalte Hand, mir graut vor dir!“ Ein harmonisches Massaker – nicht ein Akkord, der dem anderen gleicht. Das Pathos großer klassischer Werke verbunden mit den Dissonanzen wildester Jazzimprovisation. Ich bin einerseits voller Bewunderung für das musikalische Genie, bekomme aber andererseits Schweißausbrüche, so wie im Zirkus, wenn ich einen Artisten mit zwölf Kegeln jonglieren sehe. Am Telefon agiere ich diplomatisch und offenbare Christoph nur das einerseits.
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Noch am selbigen Abend treffen wir uns in einem Friedrichshainer Club. Mein sonst eher melancholisch wirkender neuer Freund ist hellwach. Er leuchtet. Ich musste an Klaus Kinski denken, wie er im Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“ von Werner Herzog mit einem Schmetterling flirtet. Und so wie dort berührt es mein Herz und ich muss Christoph unwillkürlich auf den Mund küssen. Ganz kurz scheint er zu erstarren, doch zwei, drei Sekunden später küsst er mich leidenschaftlich zurück. „Dit hab ick ja noch nie jemacht, noch nie hab ick ‘n Mann uff ’n Mund jeküsst!“, skandiert er fröhlich. Auch ich muss lachen – seine puppenhafte Begleiterin gar nicht. Der Versuch eines Lächelns gerät ihr zur Grimasse. Darauf erstmal einen Wodka-Lemon! Mein Freund hat ganz augenscheinlich wohl schon einige davon hinter sich – auf jeden Fall will er seine neue Erfahrung an diesem Abend noch mehrfach wiederholen. Ich habe nichts dagegen, Christoph befindet sich im Glücksrausch und ich werde mitgerissen! Unsere Gespräche führen in den Mikrokosmos der Musik und wir finden Worte und malen wilde Bilder für die sonst so unaussprechbaren Emotionen. „Dit wird Weltniveau, dit hat’s noch nich jejeben, dit versprech ick dir!“ In Euphorie beteuern wir uns zwischendurch immer wieder gegenseitig unsere Liebe. Die ungläubig zuschauende Barby verlässt irgendwann das junge Glück – ihm ist es egal, mir erst recht. „War nur ’n Date, nüscht von Bedeutung!“ Jeder von uns nimmt noch einen Eimer der hochprozentigen Droge zu sich, bevor wir das Morgengrauen in Richtung Heimat kreuzen.
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Diesmal dauert es zwei, drei Wochen bis ich das Arrangement für den Refrain und die zweite, von Rubi gesungene Strophe erhalte. „Gib mir mein Herz zurück!“ Der Refrain gleicht einem Flugzeugabsturz, was mir durchaus gefällt, denn genau so fühlt es sich auch an, wenn man vom Thron der Liebe gestoßen wird. Es geht mir regelrecht durch den Magen. Genau genommen eher ein wenig tiefer. Das ist etwas, was wohl nur vom männlichen Geschlecht nachempfunden werden kann. In besonderen Situationen, beim Erschrecken, in Angstmomenten schlägt irgendetwas unterhalb der Gürtellinie Kapriolen. Es ist wie ein Purzelbaum rückwärts. In Zeitlupe. Für eine Sekunde ist der Kontakt zum eigenen Gehirn unterbrochen und man hat dafür Kontakt zum Universum. So wie es auch im größten Moment der Lust geschieht, der in der Poesie nicht umsonst „kleiner Tod“ genannt wird. Es ist hier aber nicht die süße, sondern eher eine beklemmende Version – man ist sich für einen kurzen Moment seiner Winzigkeit, seiner Bedeutungslosigkeit bewusst. Das ist gruselig. Ich denke, es handelt sich genau um dieses Gefühl, welches Grönemeyer mit „Flugzeuge im Bauch“ umschreibt. Ich frage mich schon mein Leben lang, wie wohl das hodenlose Geschlecht selbiges empfindet?
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Nun gut. Zurück zur Sache: die zweite Strophe, in der Rubini die originale Melodielinie verlässt, geht in Christophs Arrangement auch jede Erinnerung daran verloren, um welchen Titel es sich hier überhaupt handelt. Das geht zu weit, das ist Blasphemie! Hier ist ja die öffentliche Kreuzigung von mir und meiner Tochter vorprogrammiert! Ich ziehe mir eine Flasche Rotwein rein, bevor ich Christoph mit meiner Wahrheit konfrontiere. Am Telefon reagiert er schon auf das übliche Vorgeplänkel überaus wortkarg und völlig abgerockt, ich befürchte, dass er seit unserer letzten Begegnung nicht mehr viel geschlafen hat. Ich ziehe alle Register der Diplomatie – ein wortreicher Monolog, denn von ihm ist so gut wie gar nichts mehr zu hören. Manchmal ein aufbegehrendes Räuspern, oder ein extrem spaßfreies Kichern. Als ich ihm schließlich meine Ängste bezüglich der zweiten Strophe offenbare, ist es totenstill am anderen Ende der Leitung. Ich bin fast der Überzeugung, dass er nun endlich eingeschlafen ist, da grätscht er mitten in meine lieblich ausformulierten Wortgebilde: „Deine Tochter singt dit eben scheiße!“. Und legt auf.
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Jeder Versuch ihn noch mal zu erreichen scheitert. Auch in den Tagen danach. Ein viertel Jahr später, als meine Schuldgefühle schon fast verblasst sind, schickt mir Christoph mitten in der Nacht ein komplett anderes Arrangement. Wieder bin ich vom Genie des Künstlers ergriffen. Es ist weniger opulent, aber leider wird sich auch hier nicht nur jeder Kulturbanause fragen, warum denn da irgendwelche Spaßvögelchen den Grönemeyertext dazwischenzwitschern. Das kann ich meiner Tochter nicht antun, es ist doch ihre allererste Studioaufnahme! Und meine Eitelkeit steht dieser gewagten Unternehmung ebenfalls im Wege. Sollte ich Christoph vielleicht empfehlen, die Nummer als neoklassisches Instrumentalwerk rauszubringen? Ich entscheide mich dafür, erst einmal zu schweigen. Etwa zwei Tage später werde ich von ihm mit Nachrichten per SMS bombardiert. Wieder erinnert es mich ganz stark an Klaus Kinski, aber diesmal an den anderen. Christoph öffnet die Schleusen und alles was sich an Unrat angesammelt hat, wird über mich ergossen. Ich trage trotzdem ein sehr zärtliches Gefühl für ihn in meiner Brust, denn ich kann die ganze Verzweiflung zutiefst nachempfinden. Es ist so unglaublich schwierig, dem Göttlichen Gestalt zu geben. Obwohl wir es doch alle in uns tragen! Die sensibelsten der Menschenkinder können wahrlich daran zerbrechen. In Rat und Tat bin ich ganz routiniert, denn mir geht es oft auch gar nicht so gut, aber dieser Wucht habe ich nichts entgegen zu setzen. Ich lass alle Tiraden über mich ergehen, und beschließe auch weiterhin zu schweigen. Was meinen liebsten Feind nicht daran hindert, im Laufe der nächsten Jahre weitere Wahnsinnsarrangements an mich zu senden. Er hat sich regelrecht am Thema verbissen und will es mir und sich selbst mit der Brechstange beweisen. Das Drama endet erst, als wir im Jahr 2016 endlich ein Video von „Flugzeuge im Bauch“ bei YouTube hochladen.
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Ich hatte die tragische Geschichte in intimer Runde zum besten gegeben und Marco Göpel, der Lichtdesigner unserer Band präsentierte mir wenige Tage später ein Arrangement im spartanischsten Elektropop und trifft damit genau meine Intentionen. Ein paar Töne, Geräusche, Pausen. Völlige Einsamkeit. Genauso fühlt es sich an, wenn die Liebe verloren geht. Die 5 Jahre alten Gesangspuren bleiben – ganz einfach, weil es die ersten Aufnahmen meiner Tochter sind und sie sind zauberhaft. Und Christoph schweigt nun auch. Es tut mir wirklich leid – es war halt mal so ’ne Idee von mir!
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Die bei YouTube hochgeladene Variante von „Flugzeuge im Bauch“ polarisiert immer noch. Es gibt Menschen mit denen ich meine Euphorie für das Arrangement teile, aber auch nicht wenige, die davon richtig genervt sind. Damit kann ich aber recht gut umgehen. Das Lied geht mir durch den Magen, so wie der ganze Streit mit Christoph und vor allem mein Liebesunfall mit der Mutter meiner Tochter Mimi. Das alles spiegelt sich in den gebrochenen Klängen perfekt wieder. So wie im grandiosen Text von Herbert Grönemeyer.
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Auf jeden Fall hat es mich von Mitte 2012 bis 2015 komplett ausgehebelt – Schreibblockade! Nur mit Hilfe meines Freundes Andreas Hähle kann ich Worte finden und das Zöllneralbum „In Ewigkeit“ fertig stellen. Hähle tupft etwas Farbe in meine schwarz-weißen Welt und holt meinen Stolz aus der Gosse. „Still“ und „Wenn der Himmel mir am Arsch hängt“ schreibt er im Alleingang. Bis ans Ende meines Lebens bin ich ihm dankbar für die liebevolle Geduld und diese erste Hilfe! Musikalische Improvisationen sind mir ja vertraut, so etwas mach ich mit Gensi fast ein Leben lang. Bei der Songsuche. Bei den Texten habe ich das allerdings noch nie gemacht, die Wortakrobaten sind irgendwie noch einen ganzen Zacken komplizierter. Das Wort ist natürlich auch wesentlich intimer, am Ton und Klang kann man nicht so konkret festgenagelt werden. Leider bin ich auch nicht mehr in der Lage, die angefangenen Songs mit Rubini weiter zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit Marco Göpel ist da einiges entstanden, was schließlich über Jahre auf der Wartehalde liegt. Bis Marco schließlich abspringt. Rubis Mutter Abini spricht zwischenzeitlich – ob meiner Schreibblockade – bei unserem gemeinsamen alten Freundfeind Werner Karma vor und der Meister des deutschen Wortes lässt sich tatsächlich noch mal auf die Familie ein. Das Resultat ist begeisternd – jedenfalls für mich – aber leider findet Rubini nicht den entsprechenden Zugang. Ungeachtet dessen mach ich mich an die Vertonung und bin irgendwann sehr zufrieden mit dem Resultat. Rubis Zweifel kann ich damit nicht ausräumen und ich fühle mich persönlich angegriffen, als sie erklärt, dass es sich hier wohl um eine Altersfrage handele. Unser Kind hat sich komplett abgenabelt, schreibt eigene Lieder und schraubt auf elternfernen Baustellen daran herum. Ich leide unter Phantomschmerzen!
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Fünf wunderschöne Lieder schlummern somit in der Schublade vor sich dahin. Ich bin wieder von Karma infiziert. Er ist ein großer Geist, also logischerweise kein unkomplizierter Kollege. Wir haben es öfter sporadisch miteinander versucht und es führte leider immer zu einem abrupten Ende. Ich bin und bleibe einer seiner größten Fans, bin aber auch eitel. Das an Unfehlbarkeit grenzende Selbstbewusstsein des Dichterfürsten beeinträchtigt mein Wohlbefinden. Immer einer! Die Änderung eines einzigen Wortes kann zu schwierigsten Auseinandersetzungen führen, kommerzielle Misserfolge werden der Komposition zugeschrieben und hin und wieder werden, von mir geliebte Vertonungen schon im Vorfeld abgelehnt. Ich unterwerfe mich bis zur Schmerzgrenze. Aber was soll ich tun – er ist eben der Beste! Für mich. Im Frühjahr 2016 treffe ich ihn in einem Einkaufscenter, er sieht schlecht aus. Die singende Schauspielerin Anna Loos hat seine Texte abgelehnt, an denen er fast ein Jahr herumgebastelt hat. Ich baggere nun zwei Wochen an ihm herum, bis er mir diesen Schatz überlässt. Nun also doch noch mal auf ein Neues: die Arbeit am Projekt „Dirk & Das Glück – Zöllner trifft Karma“ läuft in ungewohnter Harmonie!
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Werner Karma gibt mir also 14 Texte, die er eigentlich für jemand anderen geschrieben hat und ich liebe jeden einzelnen davon. Es dauert keine zwei Monate bis alles vertont ist und wir spielen das Album ohne Bläser ein. Die Zöllner im Quintett, Dirk & Das Glück. Das Glück sind André Gensicke an den Keyboards, Oliver Klemp am Bass, Andreas Bayless an der Gitarre und Marcus Gorstein. Marcus spielt bei uns die Rolle des Multiinstrumentalisten, er singt, spielt Keyboard und Percussion. Für dieses Projekt sitzt er erstmals am Schlagzeug und er produziert das Album, so wie schon die beiden vorherigen Zöllneralben. Mein Freund André Drechsler gehört irgendwie auch dazu, er hat „Zwei Sonnen“ vertont und der Titel wird ein kleiner Hit – das heißt, er wird im Radio gespielt. Bei den Konzerten singen die Menschen mit: „Gott sucht Göttin!“.
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Trotzdem verkaufen wir nur 3.000 Alben und ich spüre, dass es für Werner sehr enttäuschend ist. Die Band erlebt schöne und sehr erfolgreiche Konzerte mit diesem Programm, wir bekommen also über diesen Weg den Lohn für unsere Arbeit. Wir haben wirklich alles gegeben, Trailer und Videos produziert und über eine unglaubliche Crowdfundingkampagne 20.000 Euro generiert. Unsere Freunde und Fans haben es uns dadurch ermöglicht, die Studiokosten, das Mastering, ein Bühnenbild und sogar noch einen Promoter zu bezahlen. Ich stehe kurz vor dem Burnout und lass den Kontakt zum König des Wortes schleifen. Alte Bilder tauchen auf und ich habe Angst, dass er mir auflisten könnte, was ich so alles falsch mache. Natürlich plagen mich Schuldgefühle, ob meiner Feigheit vor einer Eventualität. Ich wünsche dem Mann und seinen tiefen kunstvollen Texten von ganzem Herzen den kommerziellen Erfolg. Die Aufmerksamkeit, die er im Land vor unserer Zeit erfuhr und die er dann noch mal mit dem Comeback von SILLY genießen konnte. Ich selbst bin eher auf der Suche nach dem 13. Ton und das reibt sich leider ein wenig mit der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner, welcher sich die Musikverwurstungsindustrie verschrieben hat. Ich habe kein Händchen für Stangenware. Karma will jedenfalls nicht mehr für mich schreiben, ich habe es bereits durch’s Bierglas gehört!
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Aber da sind ja noch diese Lieder für Rubi, die in der Schublade vor sich hin schlummern! Die sind für meine Verhältnisse schon recht poppig geraten. Wenn mein Kind da nicht rankommt, könnte ich doch … ! Ich fahre also zwei Tage nach Dresden, um gemeinsam mit der Rhythmusgruppe an den Arrangements herum zu feilen. Wir haben einen richtig guten Lauf und ich bin sehr glücklich mit dem Resultat. Ich weiß, dass Karma die Ideen gerne im Vorstadium abnimmt, aber ich scheue mich davor, die Skizzen schon jetzt zu präsentieren. Denn ich habe da noch ein paar Zutaten im Kopf: Bläser, Chöre, Konfetti! Wir müssen schon noch ein wenig polieren, um dem einsamen Streiter mal so richtig Glanz ins Schreibexil zu bringen. Mal so richtig Sonne ins erkältete Herz!
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Wir machen schließlich eine 5-tägige Livesession auf Schloss Röhrsdorf. Mit Pauken und Trompeten, alle Zöllner sind vor Ort! In den ersten drei Tagen nehmen wir nur die besagten fünf Songs auf. Wir haben sie richtig ausproduziert, also in Akrebie mit Overdubs und Lametta versehen. Die Inseln im aufschäumenden Meer einer Livesession, die wir dann am vorletzten Tag abhalten. Wir spielen ältere Titel im neuen Arrangement direkt live ein, auch von meinen Soloalben sind welche dabei. Jeweils zwei bis drei Takes – der beste wird genommen! Am letzten Tag machen wir das vor Publikum, haben 30 Karten verkauft, womit wir einen Teil der Kosten abdecken können. Der Tag mit dem Publikum wird schließlich auch per Bild festgehalten. Wir sind in Topform und wollen die „ZACK! ZACK! ZESSIONS“ nicht nur als CD, sondern auch als DVD veröffentlichen. In Ton und Bild zeigen, dass DIE ZÖLLNER eine exellente Liveband sind. Darüberhinaus drehen wir noch verschiedene Trailer und ein sehr aufwändiges Video von einem der neuen Titel mit Karmatext. Er soll begeistert sein, ich möchte ihn damit wieder von mir überzeugen! Beim Dreh wird eine Sequenz mit dem Handy mitgeschnitten und unser webmaster Kay veröffentlicht diese bei Facebook. Ich kann ihm keinerlei Vorwürfe machen, denn er ist nicht eingeweiht – weiß nichts von meinem geplanten „Überraschungspaket“.
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Ich hätte nicht gedacht, dass der Meister des geschliffenen Wortes, der ja naturgemäß die hingerotzte Gülle der sozialen Medien verachten muss, so gut verdrahtet ist. Bevor ich den Veröffentlichungsunfall selbst mitbekomme, trifft mich Gottes Zorn mit voller Wucht! Per E-mail. Werner ist echauffiert darüber, dass ich mir die für Rubi bestimmten Texte unter den Nagel gerissen habe. Und vor allem natürlich darüber, dass er davon auf indirekten über das Internet erfahren muss! Also vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Telefonisch ist er für mich nicht mehr zu erreichen und meinen schriftlichen Erklärungsversuchen begegnet er kühl. Er zeichnet mit seiner geübten Feder Charakterbilder von mir, die mich so verletzen, dass die Tränen fließen. Dass ich mal zu den sieben Grundübeln seines Universums gehören könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Vater, warum hast du mich verlassen!?
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Werner Karma macht von seinem Urheberrecht Gebrauch und untersagt uns per Einschreiben die Veröffentlichung der fünf besagten Titel. Wir haben massiv an Zeit, Geld und Liebe investiert. Das ursprüngliche geplante Konzept des Albums ist zerstört und die Produktion muss abgebrochen werden. Ich bin komplett im Eimer. Ja, ich habe einen Fehler gemacht! Rubini, ihre Mutter Abini, meine Freundin Johanna – alle versuchen den zürnenden Dichter zu besänftigen. Er bleibt leider unerbittlich. Es gibt Niemanden in meinem Freundeskreis, der Werners extreme Reaktion nachvollziehen kann. Jeder, der mich kennt, weiß von meiner Liebe zu seinen Texten. Und davon, dass ich wie ein Besessener daran arbeite, sein Werk würdig zu umrahmen. Dass ich seine Dichtkunst über meine eigene stelle und diese Tatsache auch recht uneitel präsentiere. Bei jeder Gelegenheit. In Konzerten, bei Interviews, in meinen Kolumnen und Büchern. Dass ich für ihn sogar öffentlich Partei ergriff, als ihn der Streit mit SILLY seelisch erkranken ließ. Ich habe am Ende mit meiner Loyalität gegenüber Karma langjährige Freundschaften eingebüßt.
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Die Geschichte von den verlorenen Liedern ist jedenfalls wochenlang das Hauptthema in meiner Familie. Dichterfreund Hähle, ebenfalls Karmaverehrer, hört mit Bestürzung davon. Er kennt die ins Netz geratene Sequenz, also den Auslöser des Dilemmas. Um mich ein wenig aufzuheitern, schickt er mir einen neuen Text, den er genau auf dieses Corpus delicti geschrieben hat und der meine beklemmende Situation persifliert. Aus „Herzscherben“ wird „Herzschlagen“. Ich nehme das Thema dankend auf und schicke eine Erweiterung zurück zu Hähle. So geht es noch zwei, drei mal hin und her und ich singe den so entstandenen neuen Text einfach auf’s alte Playback.
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Hähle. Mein geliebter Freund! Du hast das gemacht, als Du schon schwer krank warst. Hast mich therapiert, während Dich die Chemotherapien dahinschwinden ließen. Es ist – verdammt noch mal! – unser letzter gemeinsamer Text. Und das ist mir mehr wert als all die verlorenen Worte des Anderen – so schön wie unsere Freundschaft können die gar nicht gewesen sein! Ich werde trotz allem immer respektvoll von dessen Werk sprechen. Ein Werk, welches uns Zöllnern Zeitlosigkeit gibt. Und von Dir, Du kleiner großer Poet, werden sehr viele Menschen noch sehr lange nach Deinem Tod sprechen, denn Du hattest – über alle Worte hinaus – ein liebevolles Herz. Ich vermisse Dich!
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DISKOGRAFIE


DISKOGRAFIE


Was im Jahre 1988 fast wie ein kleines Märchen begann, wurde im Verlauf unserer Bandgeschichte Realität. Mit souligen Balladen und funkig-jazzigen Bläsersätzen mischen wir seitdem im Musikzirkus mit und veröffentlichen etwa alle zwei Jahre neue Studioalben. Doch DIE ZÖLLNER sind in erster Linie ein Garant für energiegeladene Konzertereignisse. Im 31. Jahr unseres Bestehens arbeiten wir an einem Konzentrat unseres Bandschaffens, welches unsere Stärke als Liveband unter Beweis stellen wird – die »ZACK! ZACK! ZESSIONS«. Unser erstes Live-Album wird sowohl als CD, als auch auf DVD und als Doppel-Vinyl erscheinen.
Was im Jahre 1988 fast wie ein kleines Märchen begann, wurde im Verlauf unserer Bandgeschichte Realität. Mit souligen Balladen und funkig-jazzigen Bläsersätzen mischen wir seitdem im Musikzirkus mit und veröffentlichen etwa alle zwei Jahre neue Studioalben. Doch DIE ZÖLLNER sind in erster Linie ein Garant für energiegeladene Konzertereignisse. Im 31. Jahr unseres Bestehens arbeiten wir an einem Konzentrat unseres Bandschaffens, welches unsere Stärke als Liveband unter Beweis stellen wird – die »ZACK! ZACK! ZESSIONS«. Unser erstes Live-Album wird sowohl als CD, als auch auf DVD und als Doppel-Vinyl erscheinen.

TERMINE


TERMINE


03.10.19

DIE LIEDERTOUR 2019

Dirk Zöllner & André Drechsler +
Tino Standhaft & Norman Daßler
Zöllners Soul trifft auf Standhafts Blues

Leipzig

INFO UND TICKETS

05.10.19

DIRK ZÖLLNER – Affenzahn

Berlin

INFO UND TICKETS

25.10.19

Die Barhocker – SongPoeten

Dirk Zöllner & André Gensicke,
Arno Zillmer & Jacob Heidel sowie Bastian Bandt

Pirna

INFO UND TICKETS

26.10.19

DIE ZÖLLNER im Duo Infernale

Kühlungsborn

INFO UND TICKETS

02.11.19

DIE ZÖLLNER im Duo Infernale

Golzow

INFO UND TICKETS

15.11.19

DIE ZÖLLNER

Dresden

INFO UND TICKETS

29.11.19

DIE ZÖLLNER

Leipzig

INFO UND TICKETS

30.11.19

DIE ZÖLLNER

Rostock

INFO UND TICKETS

01.12.19

DIE ZÖLLNER 5

Castrop-Rauxel

INFO UND TICKETS

05.12.19

DIE ZÖLLNER

Berlin

INFO UND TICKETS

15.12.19

DIE ZÖLLNER im Trio Infernale

Dirk Zöllner, Tobias Unterberg & André Gensicke

Berlin

INFO UND TICKETS

04.01.20

DIE 3HIGHligen

Magdeburg

INFO UND TICKETS

05.01.20

DIE 3HIGHligen

Dessau

INFO UND TICKETS

09.01.20

DIE 3HIGHligen

Rostock

INFOS FOLGEN

10.01.20

DIE 3HIGHligen

Leipzig

INFO UND TICKETS

16.01.20

DIE 3HIGHligen

Chemnitz

INFO UND TICKETS

17.01.20

DIE 3HIGHligen

Zwickau

INFO UND TICKETS

18.01.20

DIE 3HIGHligen

Weinböhla

INFO UND TICKETS

23.01.20

DIE 3HIGHligen

Fürstenwalde

INFO UND TICKETS

24.01.20

DIE 3HIGHligen

Berlin

INFO UND TICKETS

25.01.20

DIE 3HIGHligen

Berlin

INFO UND TICKETS

26.01.20

DIE 3HIGHligen

Stralsund

INFO UND TICKETS

31.01.20

DIE 3HIGHligen

Berlin

INFO UND TICKETS

24.04.20

DIE ZÖLLNER

Potsdam

INFO UND TICKETS

03.10.2019

DIE LIEDERTOUR 2019

Dirk Zöllner & André Drechsler +
Tino Standhaft & Norman Daßler
Zöllners Soul trifft auf Standhafts Blues

Leipzig

INFO UND TICKETS


05.10.19

DIRK ZÖLLNER – Affenzahn

Berlin

INFO UND TICKETS


25.10.2019

Die Barhocker – SongPoeten

Dirk Zöllner & André Gensicke,
Arno Zillmer & Jacob Heidel sowie Bastian Bandt

Pirna

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26.10.19

DIE ZÖLLNER im Duo Infernale

Kühlungsborn

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15.11.19

DIE ZÖLLNER

Dresden

INFO UND TICKETS


29.11.19

DIE ZÖLLNER

Leipzig

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30.11.19

DIE ZÖLLNER

Rostock

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01.12.2019

DIE ZÖLLNER 5

Castrop-Rauxel

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05.12.19

DIE ZÖLLNER

Berlin

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15.12.2019

DIE ZÖLLNER im Trio Infernale

Dirk Zöllner, Tobias Unterberg & André Gensicke

Berlin

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04.01.20

DIE 3HIGHligen

Magdeburg

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05.01.20

DIE 3HIGHligen

Dessau

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09.01.20

DIE 3HIGHligen

Rostock

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10.01.20

DIE 3HIGHligen

Leipzig

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16.01.20

DIE 3HIGHligen

Chemnitz

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17.01.20

DIE 3HIGHligen

Zwickau

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18.01.20

DIE 3HIGHligen

Weinböhla

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23.01.20

DIE 3HIGHligen

Fürstenwalde

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24.01.20

DIE 3HIGHligen

Berlin

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25.01.20

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Berlin

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26.01.20

DIE 3HIGHligen

Stralsund

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31.01.20

DIE 3HIGHligen

Berlin

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24.04.2019

DIE ZÖLLNER

Potsdam

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DIE ZÖLLNER


DIE ZÖLLNER


DIE ZÖLLNER werden von Dirk Zöllner und André Gensicke im November 1987 als Duo gegründet. Die Titel „Viel zu weit“ und „Käfer auf dem Blatt“, vom Rundfunk der DDR produziert, steigen sofort in die nationalen Hitlisten ein. Dadurch bekommen Dirk und André das Angebot am legendären Festival „Beat Apartheid“ auf der Radrennbahn Berlin-Weißensee teilzunehmen. Es findet am 16. Juni 1988 statt und Headliner ist niemand Geringerer als der „Godfather of Soul“ Mr. James Brown! Die beiden Newcomer sind im Glücksrausch, nutzen die einmalige Chance und stellen – ganz nach dem Vorbild des Meisters – eine Art Big Band auf die Bühne. Eine gewagte, aber letztendlich gelungene Premiere. 
DIE ZÖLLNER werden mit ihrer Mischung aus Funk, Soul und osteuropäischen Balladen 1989 schließlich zur letzten Newcomerband der DDR gekürt. Nach dem Mauerfall verlegen DIE ZÖLLNER ihr Hauptaktionsfeld in den Kölner Raum und bekommen ihren ersten Plattenvertrag bei der süddeutschen Firma Musicolor. Doch bevor dort das Album „Café Größenwahn“ erscheint, bringt VEB Amiga noch ganz kurz vor der deutschen Einheit das Debütabum „Die Zöllner“ heraus. Ein Kuriosum, denn beide Alben bedienen sich aus dem Rundfunkarchiv der DDR, identisches Material in unterschiedlichen Mixen. Es braucht etwa zwei Jahre bis sich die Ostdeutschen der Qualität ihrer eigenen Produkte bewusst werden und so kehren DIE ZÖLLNER 1993 wieder in die Heimat zurück und veröffentlichen das Album „Goldene Zeiten“ beim Amiga-Nachfolger Deutsche Schallplatten, mit ihrem Idol Edo Zanki als Produzenten. Der Backkatalog der ehemals volkseigenen Plattenfirma wird schließlich von der BMG Ariola aufgekauft, aber DIE ZÖLLNER dürfen dort die Alben „Bumm Bumm“ (1996) und „Good bye, Cherié“ (1997) mit neuem Material und großem finanziellen Aufwand produzieren. Der Höhenflug führt zu Differenzen unter den Musikern und bei Dirk kommt es zu einem folgenschweren Bruderstreit. Reyk Zöllner ist sein Manager und maßgeblich am Erfolg der Band beteiligt. Während einer Studioaufnahme kommt es zur Trennung.
 
So richtet Dirk Zöllner ab 1998 sein Hauptaugenmerk auf verschiedene Soloprojekte. Unter eigenem Namen und in Nebenprojekten wie die 3HIGHligen, OSTENde und Zöllners Russenconnection erscheinen mehrere Alben. Zu seinem 40. Geburtstag, im Jahr 2002, finden DIE ZÖLLNER in einem fulminanten Konzert auf der Freilichtbühne Berlin-Weißensee wieder zueinander. Der Startschuss zur endgültigen  Wiedervereinigung zwischen dem Sänger und seinem kongenialen Partner André Gensicke. Es erscheint noch das Album „W.i.d.H.?“ (Wo ist der Hund?) unter der Titulierung ZÖLLNER, also ohne DIE und ohne DIRK davor, aber fortan sind der Sänger und der Keyboarder wieder das unzertrennliche DUO INFERNALE. Verschiedene Touren durch Israel, das Projekt „Big Soul“ mit der SWR Big Band und das Heineprojekt Club der toten Dichter bringen Begegnungen mit vielen neuen innovativen Musikern und infolge dessen treten DIE ZÖLLNER in etwas veränderter Besetzung auch wieder als Big Band in Erscheinung. Das Album „7Sünden“ (2007) kommt in Verbindung mit einem Buch heraus. Dirk übernimmt verschiedene Theaterengagements in Dresden, München und Pforzheim. 2010 erscheint das Songbuch „Texte, Noten, Anekdoten“. Ab 2011 präsentieren DIE ZÖLLNER eine eigene TV Show unter dem Titel „Café Größenwahn“. Befreundete und von der Band geschätzte Künstler werden von Dirk vorgestellt, interviewt und in den opulenten Arrangements von André Gensicke begleitet. Im Auftrag des Eulenspiegelverlages schreibt Dirk seine Autobiografie „Die fernen Inseln des Glücks“, welche im Frühjahr 2012 erscheint. Zeitgleich veröffentlichen DIE ZÖLLNER mit „Uferlos“ endlich wieder ein Album mit ihrer legendären Bläsersektion. 2015 kommt „In Ewigkeit“, ein weiteres sehr aufwendig produziertes Album bei Edel heraus. Dirk übernimmt eine Theaterrolle an der Hallenser Oper, schreibt Kolumnen für die Freie Presse und vertont, in Zusammenarbeit mit seinen engsten Musikerfreunden, Texte von Werner Karma. Das selbstproduzierte ambitionierte Projekt nennt sich „Dirk & Das Glück“ wird im Frühjahr 2017 beim kleinen Berliner Label BuschFunk veröffentlicht. Außerdem erscheint beim Eulenspiegelverlag mit „Affenzahn“ ein weiteres Buch von Dirk, mit dem er auf umfangreiche Lesetour geht.
 
Seit Mitte 2018 heißt es „30 Jahre mit Pauken und Trompeten“! DIE ZÖLLNER arbeiten an einem Livealbum mit dem Titel „ZACK! ZACK! ZESSIONS“. Titel aus der 30jährigen Bandgeschichte werden neu arrangiert und aufgenommen. Außer den Bläsern ist diesmal auch ein Backgroundchor dabei, dem Dirks Tochter Rubini angehört. Das Album erscheint im Paket mit einer DVD zur Mitte dieses Jahres.

VIDEOS


VIDEOS


Weitere Videos findest Du hier:

PROGRAMME


PROGRAMME


DIE ZÖLLNER AUF ZACK! ZACK! TOUR!

Das Programm zum aktuellen Album „Zack! Zack! Zessions“. Die Zöllner in kompletter elfköpfiger Besetzung mit Bläsersatz und Backgroundchor. Mit Pauken & Trompeten – das Beste aus 30 Jahren Bandgeschichte!

DIRK & DAS GLÜCK – ZÖLLNER TRIFFT KARMA

Das Liveprogramm zum speziellen Zöllneralbum „DIRK & DAS GLÜCK“ von 2017, auf welchem ausschließlich Texte des Poeten Werner Karma vertont wurden, der vor allem mit Tamara Danz und ihrer Band SILLY große Erfolge feierte.

DIE ZÖLLNER IM DUO INFERNALE

Die Bandgründer und das Autorenteam Dirk Zöllner und André Gensicke präsentieren eine ständig wechselnde Zusammenstellung ihrer Songs in der Urform, nur mit Klavier und Gitarre. Dabei geben sie Anekdoten aus ihrer über 30-jährigen Bühnenkarriere zum Besten.

CAFÉ GRÖßENWAHN – ZUHAUSE BEI DIE ZÖLLNER

Musik-Talk-Show, die in Ton und Bild festgehalten wird. Bisher u. a. dabei: Sissi Perlinger, Hans Werner Olm, André Herzberg, Toni Krahl, Angelika Mann, Mike Kilian, Dirk Michaelis, Regine Dobberschütz, Valentine, Regy Clasen. Im März/April 2020 geht das Café Größenwahn auf Tour, mit der Grand Dame des deutschen Jazz Uschi Brüning und dem Berserker des deutschen Soul Rolf Stahlhofen. Opulent begleitet von DIE ZÖLLNER in kompletter Besetzung.

DIE ZÖLLNER 5

Zwei mal Berlin, drei mal Dresden. Frontmann Dirk Zöllner und Keyboarder André Gensicke treffen auf den Gitarristen Lars Kutschke, den Bassisten Oliver Klemp und Stephan Salewski an den Drums. Auf höchstem musikalischen Niveau finden musikalische Improvisationen um die Zöllnersongs herum statt. Es groovt und hebt ab und schlägt Kapriolen und landet wieder weich.

DIRK ZÖLLNER – LESUNGEN & SOLOAUFTRITTE

Dirk Zöllner liest aus seiner Kolumnensammlung „Affenzahn“. Hierbei wird er von seinem Freund, dem Gitarristen André Drechsler (JESSICA, PANKOW), musikalisch unterstützt. Für das Soloprogramm „Schmerz beiseite!“ des Geigenvirtuosen Wolfgang Hentrich, Konzertmeister der Dresdner Philharmonie, liest Dirk Zöllner Gedichte und Aufsätze von Heinrich Heine.

DIE ZÖLLNER AUF ZACK! ZACK! TOUR!

Das Programm zum aktuellen Album „Zack! Zack! Zessions“. Die Zöllner in kompletter elfköpfiger Besetzung mit Bläsersatz und Backgroundchor. Mit Pauken & Trompeten – das Beste aus 30 Jahren Bandgeschichte!

DIRK & DAS GLÜCK –
ZÖLLNER TRIFFT KARMA

Das Liveprogramm zum speziellen Zöllneralbum „DIRK & DAS GLÜCK“ von 2017, auf welchem ausschließlich Texte des Poeten Werner Karma vertont wurden, der vor allem mit Tamara Danz und ihrer Band SILLY große Erfolge feierte.

DIE ZÖLLNER IM DUO INFERNALE

Die Bandgründer und das Autorenteam Dirk Zöllner und André Gensicke präsentieren eine ständig wechselnde Zusammenstellung ihrer Songs in der Urform, nur mit Klavier und Gitarre. Dabei geben sie Anekdoten aus ihrer über 30-jährigen Bühnenkarriere zum Besten.

CAFÉ GRÖßENWAHN –
ZUHAUSE BEI DIE ZÖLLNER

Musik-Talk-Show, die in Ton und Bild festgehalten wird. Bisher u. a. dabei: Sissi Perlinger, Hans Werner Olm, André Herzberg, Toni Krahl, Angelika Mann, Mike Kilian, Dirk Michaelis, Regine Dobberschütz, Valentine, Regy Clasen. Im März/April 2020 geht das Café Größenwahn auf Tour, mit der Grand Dame des deutschen Jazz Uschi Brüning und dem Berserker des deutschen Soul Rolf Stahlhofen. Opulent begleitet von DIE ZÖLLNER in kompletter Besetzung.

DIE ZÖLLNER 5

Zwei mal Berlin, drei mal Dresden. Frontmann Dirk Zöllner und Keyboarder André Gensicke treffen auf den Gitarristen Lars Kutschke, den Bassisten Oliver Klemp und Stephan Salewski an den Drums. Auf höchstem musikalischen Niveau finden musikalische Improvisationen um die Zöllnersongs herum statt. Es groovt und hebt ab und schlägt Kapriolen und landet wieder weich.

DIRK ZÖLLNER – 

LESUNGEN & SOLOAUFTRITTE

Dirk Zöllner liest aus seiner Kolumnensammlung „Affenzahn“. Hierbei wird er von seinem Freund, dem Gitarristen André Drechsler (JESSICA, PANKOW), musikalisch unterstützt. Für das Soloprogramm „Schmerz beiseite!“ des Geigenvirtuosen Wolfgang Hentrich, Konzertmeister der Dresdner Philharmonie, liest Dirk Zöllner Gedichte und Aufsätze von Heinrich Heine.